Technik
Raku
Geschichte
Vor 25000 Jahren entdeckte der Mensch die geniale Verbindung von Ton und Feuer, und es entstanden die ersten Keramikgegenstände. Das Abenteuer Erde und Feuer begann.
Der Ursprung des Raku steht in engem Zusammenhang mit dem Zen-Buddhismus und der Tee-Zeremonie in Japan. Ein höfischer Teemeister des 16. Jahrhunderts prägte diese noch heute gültige Zeremonie. Dabei entsprachen die niedrig gebrannten Teeschalen des Töpfers genau seinen Vorstellungen. Dem Töpfer wurde ein goldenes Siegel mit der Inschrift „Raku“ verliehen. Das Wort bedeutet soviel wie „Wohlgefühl“, „Freude“, „Glück“ und auch „das Beste auf der Welt“. Die Kunst des Raku ist seither in Japan erhalten geblieben.
Erlebnis Raku
Verfahren
Die geformten Objekte werden bei 930 °C vorgebrannt (Schrühbrand). Die Gegenstände werden anschliessend glasiert. Beim eigentlichen Brand werden, wenn die Glasur bei ca1000 °C sichtbar geschmolzen ist, die Ware in rot glühendem Zustand mit langen Zangen dem Ofen entnommen und in Sägemehl, Laub oder Papierschnitzel usw ..unter Luftabschluss zum „Räuchern“ gelegt. Durch die plötzliche Abkühlung entsteht ein feines Rissnetz in der Glasur (Craquelèe). Diese Risse und auch nicht glasierte Stellen des Objektes werden durch sich einlagernden Kohlenstoff schwarz.
Die reduzierende Umgebung erzeugt bei den, der Glasur beigemengten Metalloxyden farbige, metallische oder irisierende Effekte. Nach dem Räuchern werden die Stücke in Wasser abgeschreckt und gesäubert. Jedes Werk erhält durch die Vielzahl zufälliger Einflüsse eine individuelle Ausdruckskraft, absolut einmalig und nicht wiederholbar. Die Freude, das Ergebnis in den Händen zu halten – das ist Raku.
Der Raku – Brand als Abschluss und Höhepunkt eines spannenden Prozesses ist verbunden mit Freude und mitunter Enttäuschung, mit Hingabe und höchster Konzentration, mit Feuer, Hitze und beissendem Rauch, Zufall und Schnelligkeit, mit Schönheit und Staunen …